Sonntag, 17. August 2025

Was macht die Reise aus?

Meine Reise neigt sich dem Ende zu. Am Dienstag möchte ich wieder zu Hause sein. Ich frage mich, ob sich meine Erwartungen erfüllt haben. Vieles war anders als geplant. Ich bin etwas über 600 km mit dem Fahrrad gefahren. Weniger als erwartet, aber die Streckenabschnitte waren zum Teil noch schöner, als ich es erhofft hatte. Meine Zwischenfälle haben mich sehr herausgefordert, aber rückblickend wurde ich durch sie unaussprechlich reich beschenkt.

Wie ist das mit meiner Lebensreise? Ich sehe viele Parallelen, auch wenn ich hoffe, dass das Ende dieser Reise noch weiter Ferne liegt. 🤭

Ich wünsche mir ein erfülltes Leben. Ich möchte meine Gaben einsetzen, meine Persönlichkeit entfalten und gute Beziehungen leben.

Der Losungstext von heute steht in Psalm 90,10. 

„Unser Leben dauert siebzig Jahre, und wenn es hochkommt, dann sind es achtzig Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es geht schnell vorüber, als flögen wir davon.“ (LU.heute)

Sofort denke ich an die Künstlerin Paula Modersohn-Becker, deren Lebensgeschichte und Werke ich in Worpswede betrachten durfte. Für kurze Zeit wagt sie die Trennung von ihrem Mann und ihrer Heimat um ihren eigenen Ausdruck in der Kunst zu finden. Ein Selbstbildnis von ihr hat mich ganz besonders angesprochen. Darauf malte sie sich als schwangere Frau. Ein Symbol für das Kommende und Werdende in ihrer Kunst.



Paula war mutig gewesen, doch sie erkannte bald, dass sie für das Alleinsein ungeeignet war. So kehrte sie nach Norddeutschland und zu ihrem Mann zurück und wurde bald schwanger. War sie in der Fremde und in der Kunst nicht gefunden hatte, fand sie in der Erfahrung der Mutterschaft. „Sie war so glücklich, wie ich sie nie zuvor erlebt hatte“, berichtete ihre Freundin. Zehn kostbare Tage lang. Dann starb sie am Kindbettfieber.


Wann meine Lebensreise endet, weiß ich nicht, aber ich habe entdecken dürfen, dass ich das Glück oft nicht da finde, wo ich es erwartet hätte. 

Ich bin dankbar, dass ich mein Leben täglich in die Hände dessen legen darf, der mich geschaffen hat. An seiner Hand will ich gehen. Nicht die Länge der Reise zählt, sondern ob ich bereit bin, zu lieben. Gott und Menschen. Ich glaube, das macht ein erfülltes Leben aus. 

Mögest auch du entdecken, wie reich das Leben ist, wenn wir lieben.

Andreea = ) 



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Donnerstag, 14. August 2025

Eine Bahnfahrt die ist lustig…

Da soll mal einer behaupten, dass unsere Kinderlieder unser Denken nicht nachhaltig prägen. 

Ich habe entschieden die Strecke von Bremen nach Berlin doch mit dem Zug zu fahren. Und so stürze ich mich in dieses Abenteuer, trotz meiner Erfahrung in Köln, mit neuem Mut. „Hola-hi, hola-ho!“ 

Wie versprochen, heute die Geschichte einer Bahnfahrt. 

Die Stimme aus dem Lautsprecher kündigt den nächsten Stopp an: „Meine Damen und Herren, wir erreichen in wenigen Minuten Bielefeld . Planmäßige Ankunft 20:57 Uhr heute 23:17 Uhr.“ Kein Witz! Aber lasst mich am Anfang beginnen. 

Ich hatte die Strecke von Koblenz nach Köln mit dem Fahrrad zurückgelegt. Eine außergewöhnlich schöne Strecke, die die meiste Zeit tatsächlich am Rheinufer entlang führt. Aufgrund der Hitze viele Pausen gegönnt und stand nun vor dem Kölner Dom. Ich hatte es tatsächlich geschafft. Ich war stolz und erschöpft gleichzeitig. Ich entschied meine Pläne anzupassen und auf die Fahrt nach Düsseldorf zu verzichten. Stattdessen wollte ich mit dem Zug nach Bielefeld fahren und dort übernachten. Es hatte nur einen Anruf Freundin bedurft, mir einen Schlafplatz zu organisieren, „Danke Lotti, danke Lena!“

Doch der von mir gewählte Zug fiel aus. Kein Problem, dachte ich und warte auf den nächsten Zug. Ein nettes Gespräch auf dem Bahnsteig vertrieb mir die Zeit, so dass ich fast den Zug verpasst hätte. Leider war der Zug hoffnungslos überfüllt und ich musste die ganze Strecke stehen, eingeklemmt zwischen anderen Reisenden. „Hola-hi, hola-ho!“

Je näher wir dem Bahnhof in Hamm kamen, desto wahrscheinlicher wurde es, dass ich meinen Anschlusszug nicht mehr bekommen würde. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und mit dieser Hoffnung war ich nicht allein. Was jetzt geschah, kannte ich bisher nur aus Erzählungen. Wer es noch nie erlebt hat, wie fast hundert Passagiere aus den sich öffnenden Türen drängen um auf ein anderes Gleis zu rennen, hat etwas verpasst ;) Ich hatte sechs Minuten. Doch der Andrang am einzigen Aufzug ernüchterte mich. Hier wurde gnadenlos gedrängelt als ginge es um Leben und Tod. Ich entschied mich, kurzerhand dazu mein Fahrrad die Treppen hinunter zu schieben, doch als ich am Fuß des anderen Gleises ankam stellte ich erschreckt fest, dass der Aufzug nicht funktionierte. Mein E-Bike allein ist schon zu schwer für mich, aber mit Gepäck war es ein Ding der Unmöglichkeit. Ehe ich mich versah, hatten zwei kräftige Hände mein Fahrrad ergriffen und schleppten es die steilen Treppen hinauf. Ich konnte mich kaum verabschieden, so schnell verschwand mein Helfer wieder. 

Der Zug stand noch da und mit einem großen Glücksgefühl ergatterte ich sogar zwei Plätze, einen für mein Fahrrad und einen für mich. „Hola-hi, hola-ho!“

Zwei Stunden später stand der Zug immer noch. Mittlerweile waren wir darüber informiert worden, dass die Strecke nach Bielefeld, aufgrund eines Polizeieinsatzes, gesperrt war. 

Die Stimmung im Zug war erstaunlich gelassen. Auch ich hatte mich etwas entspannt, nachdem ich mein Handy wieder hatte aufladen können. Ich hatte einen äußerst sympathischen Sitznachbarn und genoss das Gespräch. Irgendjemand streute die Information, dass der Zug auf dem Gleis gegenüber in wenigen Minuten losfahren würde. Wieder rannten viele Passagiere zum anderen Gleis. Doch die Information erwies sich als falsch. Glücklicherweise war ich sitzen geblieben und unterhielt mich weiter. Auch um mich herum entpuppten sich viele angeregte Gespräche, die nur dann unterbrochen wurden, wenn eine Durchsage gemacht wurde. Ich war überrascht, dass die Menschen so gelassen blieben.

Dann, eine weitere halbe Stubde später, die ersehnte Durchsage! „Bitte alle einsteigen, wir fahren los!“ Allgemeine „Ahh“- Rufe und Klatschen. Es war, als hätten wir gerade gemeinsam einen Gipfel erklommen! Dann fuhr der Zug auch tatsächlich los. Aus vielen Kehlen stieg ein zufriedenes Seufzen auf und erfüllte den ganzen Zug. 

Ich war unglaublich erleichtert, dass meine Gastgeberin mir versichert hatte, dass ich auch zu später Stunde bei ihr eintreffen dürfte, denn als ich Bielefeld tatsächlich erreichte, war es schon kurz nach elf. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Fahrrad durch die warme Nacht hatte ich mein heutiges Etappenziel erreicht. Keine Frage, ich hatte es anders geplant, aber mein Sitznachbar gehört zu den Begegnungen, die ich nicht vergessen werde. Und außerdem kann ich nun beim Abenteuer Bahn auch mitreden. „Hola-hi, hola-ho!“

Übrigens ist meine Bahnreise heute, nach Berlin, bisher ohne Komplikationen verlaufen. Also ist so eine Bahnfahrt doch auch mal ganz schön.🤩 

Mögest du gelassen bleiben, wenn heute alles schief geht :) 

Andreea =) 


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Dienstag, 12. August 2025

Zwei Herzen?

Als ich am vergangenen Dienstag zu meinem Abenteuer aufbrach, galt meine größte Sorge der Frage ob ich mich überschätzt hatte. Waren 80-100 km am Tag mit dem Fahrrad nicht doch ein bisschen zu weit?

Nach dem zweiten Tag, galt meine Sorge den Reifen. Was, wenn wieder ein Reifen platzen würde?Auf diesem Waldweg zum Beispiel, mit den scharfkantig Steinen? 


Die nächste Angst, die mich plagte, war die Sorge um meine Seitentaschen. Würden sie die Erschütterungen aushalten. Viele Wege die ich fahre sind uneben, außerdem passiert es immer wieder mal, dass ich am Bahnhof das Fahrrad eine Treppe hinunterschieben muss, weil es keinen funktionierenden Aufzug gibt.

Obwohl mir bisher in sämtlichen Herausforderungen geholfen wurde, plagte mich gestern die Angst vor einem Rahmenbruch. Ich wundere mich über mich selbst. Woher kommen diese Ängste. Warum fällt es mir immer wieder so schwer sie abzuschütteln und Gott wie ein Kind zu vertrauen?

Ich bin mittlerweile in Bremen angekommen und habe so viel Gutes erlebt. Gestern zum Beispiel machte ich Rast an einem kleinen Imbiss. Doch ich fand dort mehr als eine Möglichkeit meine Batterie aufzuladen und auszuruhen. Ich traf auf ein Ehepaar, das trotz seiner schmerzhaften Geschichte, nicht verlernt hatte großzügig und warmherzig zu sein. 

Ich erlebe so viel Wertschätzung, Offenheit, Fürsorge, Freundlichkeit und Großzügigkeit. Warum hinkt mein Herz beständig zwischen Vertrauen und Sorge?

Es ist mein Wunsch, meinem Vater im Himmel, in allem, zu vertrauen. Eine Entscheidung, die ich seit über 30 Jahren nicht bereut habe. Die Bibel nennt dieses Vertrauen Glaube. Aber dieser Glaube ist eine Entscheidung. Gerade fällt mir ein, was ein Freund vor vielen Jahren einmal sagte:

„Glaube ist nicht nur die Abwesenheit von Zweifel sie ist auch die wiederholte Entscheidung, Gott unser Vertrauen zu schenken, trotz des Zweifels.“

Jede Herausforderung auf dieser Reise endete damit, dass ich auf Menschen getroffen bin die mein Leben reicher gemacht haben. Das ist eine wunderbare Erkenntnis. 


Es ist noch früh. Ich sitze im Garten meines Onkels und genieße den ruhigen Morgen. Das Zwitschern der Vögel erfüllt die Luft und Zuversicht erfüllt mein Herz. 


Mögest auch du dein Vertrauen nicht wegwerfen, welches eine große Belohnung hat. (Hebräerbrief 10,35)

Andreea = ) 



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Sonntag, 10. August 2025

Menschen zu begegnen, ist wie Gott zu begegnen.

Die Strecke von Koblenz nach Köln war einfach zauberhaft. Als ich nach circa 90 km vor dem Kölner Dom stand, war ich mächtig beeindruckt. Trotz all der Schönheit, die ich gestern auf meiner Strecke bestaunen durfte, ist es etwas ganz anderes, was meine Seele tief berührt. Was mich wirklich beschenkt hat, waren die unerwarteten Begegnungen. 

Menschen, die meinen Weg vermutlich nie gekreuzt hätten, wenn ich mich nicht auf diese Reise gemacht hätte. 

Menschen, die mir begegnet sind, weil die Dinge anders liefen als von mir geplant. 

Menschen, die mich mit ihrer spontanen Hilfe oder ihrer Aufmerksamkeit beschenkt haben. 

Menschen zu begegnen, ist, ein bisschen so, wie Gott zu begegnen…

Wenn ich, altes Landei, durch die größeren Städte fahre, sehe ich viel Not. Aber ich sehe mehr. Ich sehe Menschen auf der Suche nach Liebe und Zugehörigkeit. Und ich sehe, dass viele nicht wissen, wie sie das finden können. Was ich nicht sehen kann, sind ihre Geschichten. Aber gestern hatte ich echte Herzensbegegnungen. Manche davon waren sehr kurz. Mit anderen habe ich kostbare Gespräche geführt. (Danke an D. und L. 💎) 

Was ich bei all diesen Begegnungen erlebt habe, ist die Ebenbildlichkeit Gottes.  Zum Beispiel in der Fähigkeit, den anderen zu sehen und anzupacken wenn Hilfe nötig ist. Oder aber das eigene Herz, oder das Haus zu öffnen.

Mein Abenteuer beim Bahnfahren erzähle ich euch ein anderes Mal, nur soviel sei gesagt: ich kann jetzt endlich mitreden. ;) 

Aber heute ist mein Herz voller Dankbarkeit für diese wertvollen Begegnungen. 

Mögest du heute in deinem Gegenüber das Wesen Gottes entdeckst und dich beschenken lassen. 

Andreea = ) 


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Freitag, 8. August 2025

Von der Kunst einfach nur unterwegs zu sein.

Ich wage es kaum zu schreiben, aber heute fahre ich einfach nur am Rhein entlang, genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. An diesem Fluss lebe ich schon mein ganzes Leben. Die Strecke, die ich heute fahre,  verläuft tatsächlich mit Blick auf den mächtigen Strom. Der heutige Abschnitt führt mich durch malerische Dörfer und entlang an atemberaubend schönen Kirchen und Burgen. In manchen Gegenden wachsen die Weinberge bis fast an den Fluss.

Ich bin überwältigt und dankbar. Heute kein Sturz, kein geplatzter Reifen, und auch sonst keinerlei Schwierigkeiten. Was mich heute ganz besonders herausgefordert ist, der innere Drang anzukommen. Dabei wartet niemand auf mich. Ich kann mir also Zeit lassen. Warum fällt mir das nur so schwer?

Geht es nur mir so? Warum denke ich so oft ich müsste ein Ziel erreichen? Verpasse ich dabei nicht das Eigentliche? 

Auf dieser Reise will ich die Augen offen halten, für die Schönheit, und für die Menschen um mich herum. Ich will bewusst wahrnehmen, wie beschenkt ich bin. Ich liebe es Neues zu entdecken. Ich genieße die freie Zeit, die Bewegung, die Sonne. Und genau deshalb habe ich mir jetzt ein schattiges Plätzchen am Rheinufer gesucht. Ich sitze hier, atme, staune und lächle die Menschen an, die dasselbe tun. Sie lächeln zurück und mir kommt es so vor, als hätten wir ein gemeinsames Geheimnis. 


Ich habe noch circa 20 km vor mir. Ich weiß nicht, was mich heute noch erwartet, aber dieser Moment ist wunderschön. 

Mögest auch du zwischendurch innehalten und das Leben feiern. 

Andreea = )



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Ich will auf meine Wege achthaben

 „Ich will auf meine Wege achthaben“, steht im Losungstext von heute. Das passt doch, denke ich, und denke an meinen Reiseabschnitt von gestern zurück. 

Alles war wunderbar. Mir begegneten viele andere Radfahrer. Die meisten noch älter als ich, oder Männer auf Renn- Rädern. Viele haben ein Lächeln übrig, bevor sie an mir vorbei rauschen. 

Ein Stück am Rheindamm entlang – was bedeutet, dass man den Fluss leider nicht sehen kann – war besonders chillig. Es war eine idyllische Landschaft. Ich fuhr in gleichbleibender Geschwindigkeit, genoss die Ruhe, den Geruch der Feldblumen und der Fahrtwind kühlte mich. Das einzige, was mein Glücksgefühl störte, war mein schmerzender Hintern. Als ich versuchte, mich nur etwas zu verlagern, machte ich eine ungeschickte Bewegung und landete Kopf über im Klee bewachsen Seitenstreifen. 🥴

Ich zog mein Velo wieder hoch und begutachtete den Schaden: der Lenker war verbogen des Schutzblech auch die Taschenhalterung abgerissen und ich hatte ein paar Schürfwunden. Weiter nichts. Ich war ziemlich weit weg von einem Café oder Fahrradladen. Also packte ich den Rucksack auf den Rücken und schob mein Fahrrad in den nächsten Ort, wo ich an einem Haus klingelte und um Hilfe bat. Ich bin immer wieder begeistert darüber, wie hilfsbereit die Menschen sind.

10 Minuten später, Lenker und Schutzblech wieder an Ort und Stelle, die Wasserflasche aufgefüllt, fuhr ich zu einem kleinen Veloladen im nächsten Ort. Dort montierte ich die Tasche mit einem Spanner und viel Kreativität und fuhr die letzten 2 Stunden zu meinem Airbnb.

Ich gebe zu, ich hatte ziemlich wackelige Beine, aber die Landschaft war so überwältigend schön, dass ich mir jeden Gedanken ans Aufgeben verbot.


„Ich will auf meine Wege achthaben“, das versuche ich doch, denke ich, aber der Vers geht noch weiter. Offensichtlich geht es nicht um die äußeren Dinge, sondern um unser Herz und unsere Worte. 

Vieles, was uns im Leben wieder fährt, liegt nicht in unseren Händen, aber wie wir in unserem Herzen denken und wie wir darüber sprechen, ist sehr wohl unserer Hand. Eine wichtige Erinnerung, gerade auch an mich. Denn eine Sache ist sicher: Wenn mein Herz die Dankbarkeit und das Vertrauen verliert, wird der schönste Lebensabschnitt schal. Wenn ich aber die Dankbarkeit bewahre, dann überwindet die Freude auch die unerwarteten Schwierigkeiten. 

Mögest du heute auf deine Wege achthaben und Worte der Hoffnung sprechen.

Andreea = )


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Donnerstag, 7. August 2025

Frust und Freude

 Was ist das schlimmste, was einem auf einer Fahrradtour passieren kann? Kaum mehr Handyakku? Keinen Platz zum Mittagessen? Keine Möglichkeit auf die Toilette zu gehen? Ein geplatzter Reifen? Und was, wenn alles gleichzeitig passiert? 

Ich glaube, dieser Tag verdient den Namen Supergau. Dabei binnich die ersten 80 km von Karlsruhe wunderbar durchgekommen. In Speyer hatte ich, neben einem leckeren Kaffee,  ein erfrischendes Gespräch mit einem Barista auf dem Domplatz. 

Plötzlich, in Ludwigshafen, hatte ich einen Platten. Aufpumpen nutzte nichts. Da es der hintere Reifen war, traute ich mir die Reparatur nicht selber zu. Ich fragte einen jungen Mann, der sofort seine Mittagspause unterbrach und mir den neuen Schlauch montierte. Wir hatten dabei ein tiefes Gespräch, und wir verabschiedeten uns, beide beschenkt. Ich fuhr beschwingt weiter, doch nur 600 m später gab es einen lauten Knall. Schlauch und Mantel waren gerrissen. Ich rief den ADAC an, der mir versicherte, in den nächsten 2 Stunden bei mir zu sein. Als er tatsächlich 2 Stunden späte kam, konnte er mir nur anbieten, mein Fahrrad zu der nächstgelegenen Fahrradwerkstätte schleppen zu lassen. Er würde den Auftrag abschicken. Eine weitere Stunde später stand ich noch immer und wartete auf den Abschleppdienst.

Mein Akku bedenklich niedrig, mein Bedürfnis auf die Toilette zu gehen bedenklich hoch. Ich erinnere mich an die Weisheit von gestern: Geschenkte Zeit genießen, und setzte mich mit einem Buch in den Schatten. Wo mir ein Vogel, einen riesigen Vogelschiss direkt auf den Kopf, die Hose und mein Buch machte.

Ich kürze die Geschichte hier ab und erzähle nur am Rande, dass ich Mühe hatte, nicht in Panik zu verfallen. Nach fast 4 Stunden Wartezeit, kam der Abschleppdienst, der mich schließlich zur letzten geöffneten Fahrradwerkstätte in Ludwigshafen fuhr.  

Dort begegnete ich einem 50 jährigen türkischen Engel in Form des Inhabers des Geschäftes. Trotz der späten Stunde reparierte er mir mit Engelsgeduld und Kompetenz, Mantel und Schlauch. 

Ich hätte ihn am liebsten umarmt. 


Und wegen seiner Hilfe konnte ich tatsächlich noch bis nach Heidelberg, zu Freunden,  weiterfahren, die bereits auf mich warten und mich mit allem versorgten was ich brauchte. 

Was habe ich gelernt: Es warten überall kostbare Begegnungen mit Menschen! Und manchmal überwiegt die Freude über empfangene Hilfe den Frust über Schwierigkeiten. 

Mögest du heute Menschen begegnen, die deinen Tag bereichern oder selbst diese Person sein.

Andreea =) 

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Mittwoch, 6. August 2025

Es kam anders

Meine erste Etappe mit dem Velo sollte 40-60 km lang sein. Ich wollte es langsam angehen lassen. Doch es kam anders. Statt mit meinem sportlichen Erfolg angeben zu können, habe ich gestern einen anderen Sieg errungen. Ich habe die geschenkte Zeit genossen.

Durch eine spontane Planänderung und einen heftigen Regen habe ich Karlsruhe bereits am frühen Nachmittag erreicht, mit dem Zug. Auf meinem Tacho waren genau 9,1 km. 

Aber was ich zuerst wie eine Niederlage an fühlte, entpuppte sich als Geschenk. Spontan machte ich mich auf eine Entdeckungstour durch diese charmante Stadt. Ich las im Schlosspark, fuhr durch die kleinen Straßen und bestaunte die vielen alten Gebäude. 

Es war bereits 18:00 Uhr, als ich dann erfuhr, dass ich für meine Übernachtunggelegenheit noch eine Stunde mit dem Fahrrad fahren musste. Erholt und froh, doch noch ein Stück fahren zu können, genoß ich auch diesen Teil des Tages. Und mir war, als würde Gott schmunzeln und sagen:

Freue dich an den Dingen, die du nicht erkämpfen musst, manchmal brauchst du deine Kraft später noch.

Mögest du heute die Geschenke annehmen können, die dir gemacht werden.

Andreea = ) 

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Dienstag, 5. August 2025

Eine verrückte Idee

Ich weiß nicht einmal mehr woher der Gedanke kam, aber jetzt sitze ich im Zug für die erste Etappe meiner Reise den Rhein entlang und dann weiter nach Bremen und Berlin. Mein Fahrrad steht, voll bepackt, neben mir. Ich habe mir vorgenommen die meiste Zeit mit meinem Ebike zu fahren und auf der Route kostbare Freunde zu besuchen. 

Ich will die Lorelei sehen, den Ort, wo die Mosel in den Rhein fließt  und den Kölner Dom. 

Die Vorbereitung zu dieser Reise beschäftigt mich schon eine Weile, außerdem habe den Abfahrtszeitpunkt schon zweimal verschoben. Jetzt aber ist es soweit. 

In den vergangenen Tagen habe ich mit Zweifeln gekämpft. Habe ich mir da zu viel vorgenommen? 

Aber die Abenteuererin in mir will es dennoch wagen. 

Auf dieser Reise möchte ich meine Augen offenhalten für die Schönheit um mich herum. Ein weiterer Wunsch ist es die Herzensohren offenzuhalten, für das, was auf Gottes Herzen ist. Dabei bin ich sehr gespannt welche Menschen er mir über den Weg schicken wird. 

Wer möchte, darf mich auf dieser Reise begleiten.

Ich habe diesen Blog vor 12 Jahren begonnen, für meine erste Reise nach Neuseeland. Nun werde ich ihm neues Leben einhauchen. Andreea unterwegs erzählt davon wie Gott im Alltag zu mir spricht. 

Seine Ermutigung für mich heute: Habe keine Eile. Folge meiner Führung. Genieße den Moment. Mögest auch du heute ganz bewusst leben. 

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Donnerstag, 31. Juli 2025

Wundervoller Zufall?

Ich sitze auf meiner Terrasse. Vor mir auf dem Tisch liegt mein aufgeschlagenes Tagebuch, daneben dampft eine Tasse mit frisch aufgebrühtem Tee. Ich genieße die Ruhe des Morgens und lasse meine Blicke und meine Sinne schweifen. 

Diese Welt ist nicht nur ausgesprochen schön, sie ist auch ausgesprochen gut durchdacht. Ich beobachte die Vögel und die Insekten, die so emsig nach Nahrung suchen. 

Ich beobachte die Luftblasen in meiner Wasserflasche, die sich wie Glasperlen und der Unterseite der Pfefferminzblätter aufreihen und dann ab und zu loslassen, aufsteigen und zerplatzen. 

Ich spüre den leichten Wind, der die Blätter des Trompetenbaums rascheln lässt, der die Flügel der tanzenden Schmetterlinge nicht beschädigt, der die Samen vor sich her treibt und den Duft der Blüten bis zu mir trägt. 

Ich beobachte die dunklen Wolken, die in großer Ruhe den Himmel durchziehen, mit tausenden Litern von Wasser in sich verborgen. 

Ich höre… Welch ein Geheimnis ist doch das Gehör. Schallwellen nur, und doch kann ich sie unterscheiden. Da ist ein Krankenwagen, ein Motorroller, eine zugeschlagene Tür. Da zanken zwei Katzen und das sind die liebevollen Worte einer Mutter, die, mit ihren beiden Kindern an der Hand, unter meinem Fenster vorbeigeht.

Ich bestaune das Gefieder der Elster, die Blüten der Ophelia, die glänzenden Blätter meines Kaffeebaums und die fast schwarzen Beeren des alten Holunderbuschs. 

Diese Welt ist unglaublich schön und unglaublich gut durchdacht. Ich kann nicht glauben, dass sie ohne die Absicht eines Schöpfers entstanden ist. 

Die Bibel sagt uns, dass Gott uns ihm ähnlich erschaffen hat. Und ja, ich kann die wunderbaren, komplizierten Zusammenhänge doch nur deshalb erkennen, und über die Schönheit staunen, weil ich selbst nach diesen Dingen trachte. Ordnung, Lebensraum und Schönheit sind mir vertraut und wichtig. Weil ich verstehe, wie viel Verstand und Weisheit nötig sind um solch ein Zusammenspiel möglich zu machen, kann ich es wertschätzen und muss dabei auf einen Urheber schließen, denn auch das lehrt mich das Leben: ohne Fürsorge entsteht erfahrungsgemäß Unordnung.

Ich atme. Was hierbei genau geschieht, hab ich vor langer Zeit in der Schule gelernt und längst wieder vergessen, aber ohne diesen Atem wäre Leben auf dieser Erde unmöglich. 

Ich nehme einen Schluck von meinem Tee und spüre, wie dankbar ich bin, in dieser außerordentlich schönen und komplexen Erde leben zu dürfen.

Mögest auch du die liebevolle Weisheit erkennen, mit der unser Vater im Himmel auch dein Leben lenkt.

Andreea = ) 


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Mittwoch, 15. Mai 2024

Eine Begegnung, die alles veränderte.

Mein Vater war so stolz gewesen, als Johannes der Täufer in unser Haus gekommen war, um ihm mitzuteilen, dass er mich zu seinem Schüler erwählt hatte. Zugegeben, Johannes war eine ungewöhnliche Erscheinung, aber kaum jemand zweifelte daran, dass er ein echter Prophet war. Und nun sollte ich sein Schüler werden. Ich hatte viel dafür getan. Ich hatte die heiligen Schriften studiert, solange ich denken konnte, und ich hatte sie auswendig gelernt, denn es war immer mein höchstes Ziel gewesen, einem angesehenen Rabbi zu folgen. Natürlich sagte mein Vater nichts davon, was er sich für mein Leben erhofft hatte. Einem Rabbi zu folgen, war eine große Ehre, auch wenn es bedeutete, dass ich die Familientradition nicht weiterführen würde. So hatte ich mich von ihm und meiner Mutter verabschiedet, um Johannes auf Schritt und Tritt zu folgen. Ich wollte werden wie er.

Menschen kamen uns nach, ganz gleich, wo wir waren, um seine Predigten zu hören und ihr Leben durch eine Taufe Gott neu zu weihen. Manchmal überließ Johannes mir und den anderen Jüngern diese Aufgabe. Johannes war ein leidenschaftlicher Prediger, aber wenn wir mit ihm allein waren, sprach er wenig. Dafür fastete er viel, und wir taten es ihm gleich. Ich war stolz, einer seiner Jünger zu sein. Und ich liebte die ehrfürchtigen Blicke der Menschen in den Dörfern. Keiner hatte meinen Vater je so angesehen.
Es gab noch einen anderen Rabbi, der auf sich aufmerksam machte. Johannes schien ihn zu kennen und zu schätzen. Einmal hörte ich ihn sagen, dass er der verheißene Messias sei. Das jedoch konnte ich mir kaum vorstellen. Sein Lebenswandel hatte nichts mit der Radikalität von Johannes zu tun. Er war bekannt dafür, dass er aß und trank. Außerdem folgten ihm einige Frauen und nicht nur ich fragte mich, in welcher Beziehung er zu ihnen stand. Auch er hatte sich einige Schüler erwählt. Die meisten jedoch waren einfache Fischer. Sogar ein Zöllner war dabei. Ich hatte mir längst ein eigenes Bild von diesem Mann gemacht, der nicht einmal dafür sorgte, dass seine Jünger regelmäßig fasteten.
Johannes war bekannt für seine scharfe Zunge. Er hatte sich sogar in die Angelegenheiten des Königs Herodes eingemischt und war dafür eingesperrt worden. Jeden Tag brachten wir ihm, was er brauchte. Auch heute Morgen waren wir bereits vor Sonnenaufgang aufgestanden und hatten auf dem Markt Honig und Brot für Johannes gekauft. Jetzt standen wir vor dem Gefängnis und warteten auf den Vorsteher, der uns zu Johannes führen würde. Wir schwiegen. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Ich machte mir Sorgen. Was würde aus uns werden, wenn Johannes im Gefängnis bleiben müsste? König Herodes war bekannt für seine Kaltblütigkeit. Ich befürchtete, Johannes könnte seine Zurechtweisung gegenüber Herodes mit seinem Leben bezahlen müssen. Es durfte hier nicht enden. Nicht in einem schmutzigen Gefängnis. Ich hatte alles dafür aufgegeben, Johannes zu folgen.
Die Sonne brannte mittlerweile unbarmherzig auf uns nieder, als die Tür des Gefängnisses sich endlich öffnete. „Folgt mir!“ Die Stimme des Vorstehers war kalt und schneidend. Wir fanden Johannes mit geschlossenen Augen in seiner Zelle sitzen und beten. Wir zwängten uns zu viert in den muffigen Raum, als die Tür hinter uns bereits wieder ins Schloss fiel. Johannes öffnete die Augen und schaute jedem von uns ins Gesicht. Seine Augen ruhten lange auf mir. Ich konnte seine Gedanken nicht ergründen. War das Sorge? Schließlich nahm er das mitgebrachte Essen aus meiner Hand und nickte uns zum Dank zu. „Abiah und Shimei, geht zu Jesus und fragt ihn: Bist du der, der kommen soll? Oder sollen wir auf einen anderen warten?"
Überrascht schauten wir uns an. Doch Johannes sagte nichts weiter, sondern begann zu essen. Deshalb nickte ich und verließ gemeinsam mit Schimei das Gefängnis.
Der Fußmarsch nach Galiläa war lang und beschwerlich. Unterwegs fragten wir immer wieder nach dem Prediger aus Nazareth, ansonsten schwiegen wir, wie wir es gewohnt waren. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.
Ich vermutete, dass Johannes Gewissheit brauchte. Vermutlich war seine Überzeugung, wer dieser Jesus war, ins Wanken geraten. Es erfüllte mich mit Stolz, dass er mich für diese Aufgabe auserwählt hatte.
Je näher wir dem Ort kamen, in dem wir Jesus vermuteten, desto häufiger hörten wir Geschichten von Wunderheilungen. Ich gebe zu, ich war skeptisch. Menschen konnten so leichtgläubig sein. Gerade die Menschen hier in den Dörfern waren ungebildet und einfach. Aber ihre Begeisterung wirkte echt. Es war bereits Nachmittag, als wir von weitem eine aufgeregte Menschenmenge sahen. Es mussten fast hundert Menschen sein, die sich außerhalb des Dorfes unter einer Baumgruppe versammelt hatten. Wir hörten von weiten schon Schreien und Jubel. In der Nähe der Menschenmenge sahen wir eine Gruppe Pharisäer, die mit verschränkten Armen verfolgten, was da passierte. Je näher wir kamen, desto klarer wurde uns, was es war. Jesus konnten wir zwar nicht sehen, aber er musste mitten unter den Menschen sein, denn immer wieder lösten sich kleine Gruppen aus der Menge, die lachten und tanzen und davon erzählten, dass er sie geheilt habe. Shimei und ich schüttelten die Köpfe, als eine ältere Frau uns fragte, ob auch wir gekommen waren, um uns von Jesus heilen zu lassen. Die Augen in ihrem faltigen Gesicht strahlten, als sie uns ungefragt davon erzählte, dass er ihren taub geborenen Enkel geheilt hatte. Jetzt erst sahen wir den Jungen an ihrer Hand. Er musste fast sechs Jahre alt sein. Er wirkte überfordert. Und sein Blick ging nervös hin und her. „Ruben! Sag den Männern, was passiert ist!" Die Alte hatte den Jungen sanft an den Schultern gefasst und ihn zu uns gedreht. Er zögerte, aber seine großen, dunklen Augen strahlten: „Ich kann hören!" Er stotterte leicht, und mich überkam ein Schauer. Dieser Junge sprach die Wahrheit, das konnte ich sehen. „Gehen Sie! Er macht jeden gesund!" Sagte die Frau zu uns und zog den Jungen jetzt weiter in Richtung Dorf. Da hörten wir einen grausigen Schrei aus der Menschenmenge. Einige Menschen stolperten zurück, da konnten wir den Mann sehen, der in der Mitte der Gruppe stand. Das Geschrei war furchteinflößend, aber der Mann stand ruhig da. Er schien auf etwas zu warten. Die Menschenmenge drängte zurück, eingeschüchtert von dem Geschrei. Allerdings wollte offenbar keiner verpassen, was da gerade geschah. Plötzlich brach der Schrei ab, und ein Raunen ging durch die Menge. Im nächsten Moment wurde gejubelt, geklatscht und die Menschen umarmten sich. Shimei und ich waren nun fast bei der Gruppe angekommen. Mehrere Männer lösten sich daraus und wandten sich zu uns. „Der alte Ephraim ist frei!!! Der Dämon hat ihn verlassen! Jesus hat ihn geheilt! "Nur mit Mühe konnte ich die Männer davon abhalten, mich zu umarmen und mit sich zu ziehen. Ich schaute zu Shimei, der mit offenem Mund dastand, den Blick auf diesen Jesus gerichtet.
Alle waren völlig aus dem Häuschen. Mein Blick ging zu der Gruppe Pharisäer. Sie jedoch standen noch immer mit verschränkten Armen da. Nur tuschelten sie jetzt miteinander. Ihre Missbilligung war sogar von hier aus zu sehen.
Ich rüttelte Shimei an der Schulter, um ihn aus der Starre zu lösen. "Wir haben einen Auftrag", sagte ich. Er nickte langsam und bedächtig und wir näherten uns der Menge bis auf zehn Schritte.
Von hier aus konnten wir Jesus nun deutlich sehen. Er hatte sich hingekniet und schien für eine junge Frau zu beten. Seine Stimme klang warm und zuversichtlich. Die Menschen drängten wieder nach vorne. Wir sahen alte und junge, schäbig gekleidete und offensichtlich Reiche. Jesus ergriff die Hand der Frau und wir konnten sehen, dass ihre Beine furchtbar dünn und verformt waren. Trotzdem zog er sie hoch. Einige Frauen hielten sich voller Entsetzen die Hände vor den Mund. Einen Moment lang hielt Jesus die Frau. Dann ließ er sie los. Ich konnte ihren Blick sehen. Ich sah zuerst Unglauben, dann Staunen und dann eine tiefe Freude. Ihr Blick ging zu Jesus, dann zu den Leuten, dann auf ihre Beine. Dann begann sie zu tanzen. „Ich kann wieder gehen!" Ihre Stimme klang so überrascht, und ihre Freude wirkte so echt, dass es auch mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Ich hörte Shimei neben mir flüstern: „Er ist es!" Und ich wusste, was er meinte. Konnte das wirklich der Messias sein?
Wir standen noch eine ganze Weile in der Gruppe. Immer neue Kranke wurden zu Jesus gebracht, und wieder und wieder sahen wir, wie er die Menschen gesund machte. Ich spürte, wie Glauben in meinem Herzen wuchs. Wie konnte ein normaler Mensch solche Wunder tun? Als Shimei mich nach vorne schob, erschrak ich. „Frag ihn!"
Also stolperte ein paar Schritte nach vorne. Jesus drehte sich zu uns um. Seine Augen blickten uns freundlich und abwartend an. Sein Mund lächelte. Er wirkte müde und stark gleichzeitig. Wieder legte Shimei seine Hand auf meinen Rücken. Diesmal klang seine Stimme eindringlicher. „Frag ihn! Abijah!"
Jesus blickte von Shimei zu mir und wartete. Endlich fand ich meine Stimme. "Johannes schickt uns. Bist du der Messias oder sollen wir auf einen anderen warten?" Jetzt wurden seine Augen noch sanfter. Er breitete seine Hände aus und zeigte auf die Menschen, die ihn noch immer umringten. „Die Blinden sehen die Lahmen gehen, Unreine werden heil, die Tauben hören, die Toten leben und den Armen wird die gute Botschaft verkündet. Und glücklich ist jeder, der sich nicht an mir stößt." Dabei ging sein Blick zu der Gruppe Pharisäer, die mit abweisenden Mienen noch immer in der Nähe standen. Plötzlich erkannte ich, dass ich war wie sie. Ich störte mich an Äußerlichkeiten und nahm mir selten Zeit für die Menschen, die mir begegneten. Ich hatte nur mich selbst im Blick. Jesus jedoch nahm sich Zeit, die Menschen wahrzunehmen. Er hörte sich ihre Geschichten an, berührte sie, heilte sie, liebte sie. Ich erkannte, dass auch ich so lieben wollte. Mir war, als hätte Jesus meine Gedanken gelesen, denn er kam einen weiteren Schritt auf mich zu und nahm mich in seine Arme. Ich ließ es geschehen. Heiße Tränen der Scham tropften auf seine Schultern. Es schien ihn nicht nur zu stören. Eine ganze Weile standen wir so da. Dann hielt Jesus mich auf Armlänge vor sich und nickte mir zu.
„Geht und sagt Johannes, was ihr gesehen und gehört habt." Shimei und ich machten uns zugleich auf den Weg zurück. Mein Herz war leicht. Wir hatten den Messias gefunden.


Andreea = )

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Samstag, 20. Januar 2024

Does death have the final say?


Death is a terrible thing. It tears people apart from their lives, from their plans, away from their loved ones, often without warning. If there was no hope of an afterlife, humans are the most deplorable species 

Animals do not worry about death. They live by their instincts and when it's time, they die. Humans have a broader perspective. At least they think about the meaning of life or ask themselves the question if there could be life after death.

Most people suppress this thought all throughout their lives. But all distraction does not protect us from the fact that none of us can escape death. 

What is the difference between humans and animals? 

Where does our consciousness come from if it brings us to such distress?

Wouldn't we live more freely if we didn't have to fear death and uncertainty? 

Some people think that everything ends with death. Somehow I can't help thinking that that would be very pathetic. There really would be little left to distinguish us from animals. Where does it come from, this sense that it is important how we live and not just that we live? Every human being, no matter how they have been taught, has this inner knowledge of good and evil. We all recognize when a person has been wronged. And aren't we all touched and challenged by people who dedicate their lives to helping others? We know the value of a human being.(Which does not mean that animals are worthless!)

Human beings have a different kind of dignity. Their lives are meaningful in a way that distinguishes them from other creatures.Or not?

Could this not be an indication that we are just that: Creatures? Created in the likeness of the Creator?

An art expert recognizes the brushstroke of a painter just as naturally as I do the rhythm of Jack Johnson or the voice of Freddie Mercury. Because every creator puts something of themselves into their work. If we look at the works with interest, we discover something of the creator's essence. So if man has an awareness of the finiteness of this life or an inkling of something greater, wouldn't it be a possible conclusion that such a thing really exists?

For if man were the creature of an intelligent Creator - and a look at the complexity of man clearly reveals intelligence - and therefore had an awareness of eternity, it would be a cruel joke of the Creator if this dimension did not exist. 

If man had an awareness of justice, but there was no one to ultimately evaluate and demand it, wouldn't it be better if we just lived for ourselves?- Which, admittedly, we do far too often. Perhaps it could be explained by the fact that we humans know from experience that life is better if we care. But then I ask myself why we are not better at it after all these years.

The Bible gives me answers to these questions. It tells me that we are creatures, made in the likeness of our Creator. We have the privilege of representing him and living out his values. I admit, there is obviously room for improvement here as well. The Bible explains where this inner conscience comes from. Because if there is life after this earthly life, and if there is One who judges our lives, then I want to live this life with intentionality. The Bible reveals to us that this Creator is very present. And he is  surprisingly patient. He reaches out to us, wants to enter into a relationship with us. He knows us and trusts us. I recognize this trait of the Creator when I see people who put their lives at the service of others: Mothers, nurses, researchers, teachers and many more. Yesterday, I heard the news that one of my favorite teachers that passed away, wich led me to write this blog. He left a precious mark on my life and it pains me to know that he is no more. The Bible has answers to the questions we ask ourselves. It even has a solution for our failure. For more cruel than living a life without hope is a life in the knowledge of our guilt. 

The Bible calls out to us: Be reconciled with God!  It tells us that Jesus can free us from the fear of death (1 Corinthians 15:15) because he offers us forgiveness. His life for our lives. A promise that motivates us to live and love and that frees us to die in peace. Death is still cruel, but it no longer has the last word.


May you find answers and hope! 


Andreea = )

Hat der Tod wirklich das letzte Wort?

Der Tod ist eine schreckliche Sache. Er reißt Menschen aus dem Leben, aus ihren Plänen, von ihren Lieben weg, oft ohne Vorwarnung. Wenn es keine Hoffnung auf ein Leben danach gibt, sind Menschen die beklagenswerteste Spezies. Tiere machen sich keine Gedanken über den Tod. Sie leben nach ihren Instinkten und wenn es Zeit ist, sterben sie. Der Mensch hat eine weitere Perspektive. Zumindest denkt er über den Sinn des Lebens nach oder stellt sich die Frage nach einem Leben nach dem Tod.Die meisten Menschen verdrängen diesen Gedanken ihr Leben lang. Aber alles Ablenken schützt uns nicht von der Tatsache, dass keiner von uns dem Tod entgehen kann. 

Was ist der Unterschied von Mensch und Tier? 

Wo kommt unser Bewusstsein her, wenn es uns doch in solche Not bringt?

Würden wir nicht freier leben, wenn wir den Tod und die Ungewissheit nicht fürchten müssten? 

Manche denken, dass mit dem Tod alles zu Ende geht. Irgendwie drängt sich mir der Gedanke auf, dass das sehr armselig wäre. Es würde uns dann tatsächlich kaum etwas von den Tieren unterscheiden. Wo kommt es her, dieses Gespür, das es wichtig ist, wie wir leben und nicht nur, dass wir leben? Jeder Mensch, egal wie er geprägt ist, hat dieses innere Wissen um Gut und Böse. Wir alle erkennen, wenn einem Menschen Unrecht widerfährt. Und sind wir nicht alle berührt und herausgefordert von Menschen, die ihr Leben dafür einsetzen, dass anderen geholfen wird? 

Wir wissen um den Wert eines Menschen. (Was nicht bedeutet, dass Tiere wertlos wären!)

Der Mensch trägt eine andersartige Würde. Sein Leben ist bedeutungsvoll auf eine Weise, die ihn von den anderen Geschöpfen unterscheidet. Oder nicht?

Könnte das nicht ein Hinweis darauf sein, dass wir eben genau das sind: Geschöpfe? Erschaffen dem Schöpfer ähnlich?

Ein Kunstverständiger erkennt den Pinselstrich eines Malers genauso selbstverständlich wie ich, den Rhythmus von Jack Johnson oder die Stimme von Freddie Mercury. Denn jeder Schöpfer legt etwas von sich selbst in seine Werke. Betrachten wir die Werke mit Interesse, entdecken wir etwas vom Wesen des Schöpfers. Wenn also der Mensch ein Bewusstsein hat für die Endlichkeit dieses Lebens oder eine Ahnung von etwas Größerem, wäre es dann nicht eine mögliche Schlussfolgerung, dass es so etwas auch wirklich gibt?

Denn wäre der Mensch das Geschöpf eines intelligenten Schöpfers - ein Blick auf die Komplexität des Menschen offenbart eindeutig Intelligenz - und hätte er deshalb ein Bewusstsein für die Ewigkeit, wäre es ein grausamer Spielzeug des Erschaffers, wenn es diese Dimension nicht gäbe. Es wäre wie ein Betrug. 

Hätte der Mensch ein Bewusstsein für Gerechtigkeit, gäbe es aber keinen, der sie schlussendlich bewertet und einfordert, wäre es dann nicht besser, wir würden nur für uns selbst leben? - Was wir zugegebenermaßen viel zu oft tun-. Vielleicht könnte man es so erklären, dass wir Menschen aus Erfahrung wissen, dass das Leben besser funktioniert, wenn wir aufeinander achten. Allerdings frage ich mich dann, warum wir nicht besser darin sind, nach all den Jahren. 

Die Bibel gibt mir Antworten auf diese Fragen. Sie erzählt davon, dass wir Geschöpfe sind, unserem Schöpfer ähnlich. Wir haben das Vorrecht, ihn zu repräsentieren und seine Werte zu leben. Zugegeben, auch hier ist offensichtlich Luft nach oben. Die Bibel erklärt mir, woher dieses innere Gewissen kommt. Denn wenn es ein Leben nach diesem irdischen Leben gibt, und einen, der unser Leben beurteilt, dann will ich dieses Leben in Verantwortung leben.

Die Bibel offenbart uns, dass dieser Schöpfer sehr präsent ist. Und überraschend geduldig. Er reicht uns die Hand, will in Beziehung zu uns treten. Er kennt uns und vertraut uns. Ich erkenne diesen Wesenszug des Schöpfers, wenn ich Menschen sehe, die ihr Leben in den Dienst anderer stellen: Mütter, Krankenpfleger, Forscher, Lehrer und andere. Es ist übrigens die Nachricht über den Tod eines meiner liebsten Lehrer, die mich zu diesem Blog gedrängt hat. Er hat kostbare Spuren in meinem Leben hinterlassen und es schmerzt mich zu wissen, dass er nicht mehr ist. 

Die Bibel hat Antworten auf die Fragen, die wir uns stellen. Sie hat sogar eine Lösung für unser Versagen. Denn grausamer, als ein Leben zu leben ohne Hoffnung, ist ein Leben im Wissen um unsere Schuld. 

Die Bibel ruft und zu: Lasst euch versöhnen mit Gott!  Sie sagt uns, dass Jesus uns aus der Angst vor dem Tod befreien kann (1. Korintherbrief 15,15), weil er uns Vergebung anbietet. Sein Leben für unser Leben. Ein Versprechen, das uns motiviert zu leben und zu lieben und das uns befreit zu sterben. Der Tod ist noch immer grausam, aber er hat nicht mehr das letzte Wort.


Mögest du Antworten finden und Hoffnung! 


Andreea = )


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