Sonntag, 15. Mai 2016

Gedanken zum 19. Geburtstag...

Heute ist ein ganz besonderer Tag.
Jahrelang habe ich mich davor gefürchtet, dass Menschen die mir wichtig sind, die wahre Andrea kennenlernen würden. ,Die wahre Andrea' umfasste alles, was andere an mir entdecken und ablehnen würden. Es war ein äußerst verzweifelter Versuch eine Version wir mir zu sein, die nur aus guten Eigenschaften besteht und Menschen niemals enttäuschen oder verletzen würde. Versagen war gleichbedeutend mit nicht liebenswert und Liebe war genau das, wonach ich mich am allermeisten sehnte. 
Die besten Lektionen in meinem Leben lerne ich durch Menschen denen ich mein Herz öffne. Unter anderem von meinem Mann und meinen Kindern. 
Als ich vor 19 Jahren zum ersten Mal dieses kleine Bündel im Arm hielt - heute ein ziemlich belustigender Gedanke - liebte ich meinen neugeborenen Sohn ohne ihn zu kennen. Heute, nach so vielen Jahren liebe ich ihn um ein Vielfaches mehr, WEIL ich ihn kenne. 
Und das habe ich entdecken dürfen: keiner von uns muss sich verstellen um geliebt zu sein. Im Gegenteil. Wir lieben das Echte, und gerade da wo wir uns aneinander reiben, kommt das Herz zum Vorschein und das ist unendlich liebenswert. 
Unser Sohn David wird heute 19, er ist ein faszinierender junger Mann mit vielen Begabungen und einem treuen, ehrlichen Herzen und ich bin sehr dankbar und stolz auf ihn.

Mögen wir uns lieben lassen, gerade so wie wir sind.

Andreea =) 


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Erstens kommt es anders...

...und zweitens als man denkt.
Was für ein sinnloser Spruch zu einer tiefen Wahrheit.
Meine Zeit in Neuseeland neigt sich dem Ende und da frage ich mich- bevor ihr mich fragen werdet- wie es denn so wahr?
Nun es war/ ist anders.
Anders als geplant, anders als erhofft, anders als befürchtet, einfach anders.
Ganz am Anfang meiner Reise hatte ich den Gedanken, dass ich die Möglichkeit habe, das was mir begegnet als Geschenk anzunehmen. Ich hatte vergessen, daß das manchmal gar nicht so einfach ist. 
Unser Schöpfer ist ein richtiger Verpackungskünstler und so manch ein Päckchen entpuppte sich erst nach mehreren Lagen als Segen.
Mir ist viel Gutes widerfahren.
Unerwartete Großzügigkeit ( zB von Heathers Familie die mich wie ihresgleichen aufnahm), überraschende Freundlichkeit (ich denke da zB an einen Busfahrer, der extra ausstieg um mir zu helfen den Fahrplan zu verstehen), offene Herzen, kostbare Gespräche, ehrliche Freundschaft, Zuvorkommenheit im Straßenverkehr, leckerer Kaffee, atemberaubende Natur uvm.
Jeder Tag war und ist einzigartig.
Ich habe weniger gelesen und weniger geschrieben als erwartet, dafür umsomehr gesehen und viel Zeit gehabt zum nachdenken.
Ich habe lange nicht alles gemacht was ich vorhatte und doch einiges mehr erlebt. 
Anders ist spannend und spannungsreich zugleich, es gab auch Tage da wollte ich mein Bündel schnüren und sofort zurückkommen...

Bin ich beschenkt, erfrischt, dankbar? Ja das bin ich, aber auch nachdenklich und herausgefordert. Das Wetter war gut zu mir bisher, aber seit ein paar Tagen ist es wie im April :) unbeständig und wechselhaft wie meine Gefühle. 
Noch drei Tage, dann geht es wieder nach Hause, also weg mit dem Stift und auf an den Strand! Das werde ich extrem vermissen.
Grüße euch
 
Andreea =) 


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Dienstag, 10. Mai 2016

Vom Frust eine neue Technik zu lernen.

Oft ist es einfacher etwas ganz neu zu lernen als unerwünschte Angewohnheiten zu ändern, selbst  wenn man nie über ein gewisses Ergebnis herauskommt. Man findet  sich mit dem Status Quo ab, bis zu dem Moment an dem man entscheidet: es muss besser werden.
Man suche sich also Einen der es besser kann und schwups ...

Von wegen schwups.
Unser Gehirn hat die fantastische Angewohnheit Handgriffe so zu verinnerlichen, dass eine Veränderung ein schier hoffnungsloses Unterfangen zu sein scheint. Und das schlimmste ist die Übergangsphase.
Hier wissen wir nicht mehr wie es all die Jahre überhaupt geklappt hat und das Neue klappt auch noch nicht. Super frustrierend. 
Ich habe das zwar schon unzähligen Male erlebt aber die Enttäuschung bleibt dennoch nicht aus. 
Eines ist klar: Aufgeben ist KEINE Option. Schon mal was vom deutschen Dickkopf gehört?
Den brauche ich jetzt, denn mein Ziel ist es besser zu werden, und das geht nur mit einer besseren Technik.
 Ich rede zwar gerade vom Kaffee machen aber diese Erfahrung lässt sich auf viele Lebensbereiche anwenden.
Wo möchtest du weiterkommen? 
Braucht es da vielleicht auch eine andere Herangehensweise? 

Mögest du nicht nur den Mut haben etwas Neues zu wagen sondern auch die Hartnäckigkeit dran zu bleiben. 

Herzlichst Andreea = ) 



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Montag, 9. Mai 2016

Vogelperspektive

Sitze fast 300 m über Auckland. In einem Erdbebengebiet schon ein bisschen scary. Habe lange gezögert mir diesen Luxus zu können und bin froh das ich mich dafür entschieden habe.
 Die Aussicht ist fantastisch. Ich sehe Poit Chev meinen Lieblingsstrand, den Hafen, Wahiki Island, One-Tree-Hill...und andere Orte die ich liebe. Es ist jetzt drei Jahre her, dass ich zum ersten Mal in Auckland war. Es hat sich nicht verändert. Ich mich in dessen schon. 
Ich mag diese Stadt. Eigentlich eine ganz normale Großstadt mit allem was man erwartet, dazu direkt am Meer gelegen. Doch muss ich gestehen, dass ich nicht ganz objektiv bin. Was diesen Ort so besonders macht, sind die wertvollen Erinnerungen die ich mit den Plätzen, Straßen, Cafés und Restaurants verbinde. Was ich hier erlebt habe ist für immer verwoben mit dem was ich heute bin. Ich versuche gar nicht erst diese Dinge auszublenden, warum auch? Bewerten wir nicht alles was wir erleben aus unserer persönlichen Geschichte heraus?

Dass ich wieder hier sein darf ist ein großartiges Geschenk und ich bin all denen, die es mir ermöglichen wirklich dankbar. 
Ja. Neuseeland ist eine Reise wert. Ich sehe neue Orte, mache neue Erfahrungen, vertiefe andere Freundschaften. Auch das wird mein Leben prägen. Wie sehr, werde ich vermutlich erst rückwirkend sehen, wenn ich das größere Bild sehen kann, so wie hier oben auf dem Sky Tower. 
Deshalb ist es mir so wichtig, nicht durch meine Tage zu rauschen, sondern jeden Moment bewusst wahrzunehmen, ganz gleich ob ich im Bus sitze oder am Strand.

Mögen wir immer wieder innehalten und versuchen unser Leben aus Gottes Perspektive zu sehen.
Diesmal also heißt es : Augen auf ;)

Andreea = )


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Sonntag, 8. Mai 2016

Traurig aber nicht freudlos.

Sagt man nicht in der dritten Urlaubswoche tritt die Erholungsphase ein? Na ja...
Vielleicht liegt es ja daran, dass ich mir das Steißbein und die Niere geprellt habe und ohne Schmerzen nicht mal sitzen kann. Ein dummer Ausrutscher mit äußerst unangenehmen Folgen.
Oder aber es liegt am Heimweh.
So schön es ist unterwegs zu sein, wenn man all die fantastischen Orte und Erlebnisse nicht mit den Menschen, die man am meisten liebt, teilen kann - und FB ist definitiv keine befriedigende Alternative- bleibt irgendwie ein Gefühl von Einsamkeit zurück.
Ich gestehe dass mich das überrascht. 
Klinge ich traurig und freudlos? Ich bin traurig ja, freudlos bin ich jedoch nicht. Hier zehre ich von meiner jahrelang eingeübten Gewohnheit, die zahlreichen Kleinigkeiten zu sehen die mein Herz erfreuen und die ich auch an den  grauen Tagen meines Lebens aufspüren kann.
Graue Tage... Ja die gibt es auch im Urlaub, sogar in Neuseeland.

Es liegen noch zehn Tage vor mir und heute. Also werde ich tun was ich mir auf die Fahne geschrieben habe : ich werde präsent sein, im Jetzt leben, auch wenn die Sehnsucht nach meiner Familie, meinen Freunden und meinem Alltag mich dabei begleitet. 

Von Herzen Andreea  

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Donnerstag, 5. Mai 2016

A marvelous moment

Sitting at the cliff, with my eyes closed. I want to experience this moment and this place.
All at once, I am aware of the rock I am sitting on. The little stone in my hand is sharp and rough. 
I feel my hand, resting in my lap.
I can hear the breeze whispering to me and its touch on my arms, gentle, like a caress.
Surprised by the weight of my handbag, I put it down.
Oh how I love the scent of the sea...and how I enjoy the songs of birds, the buzzing of insects and the never-ending melody of the waves lapping against the rugged shores. Rays of sunshine come warming my skin. I am at peace. 
How easy it is to miss all of this.
As a open my eyes, I realize that the sun has pierced through the clouds and the color of the water has changed, intensified.
Is it possible that this short moment of darkness has sharpened my view? Did I not notice the branches moving gently in the wind? And what about the aquatic plants peacefully dancing with the waves...? 




A precious moment. So easy to experience. Just pause and be quiet for only one minute. 
Simply marvelous. 

Andreea =) 


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Montag, 2. Mai 2016

Der Wasserfall

Vor mir stürzt der Fluss ins Nichts.
Ich sitze zwar am sicheren Ufer aber das mulmige Gefühl bleibt und erinnert mich an mein Leben.
Manchmal ist es wie ein stetiger Fluss und manchmal sieht man schon, dass es geradeaus nicht weiter gehen wird.
Ich weiß genug über Wasserfälle um zu verstehen, dass der Fluss nicht einfach verschwindet sondern am Ende des Wasserfalls weiterfließt. So befürchte ich auch nicht, daß mein Leben endet, aber was ich da absehen kann...es sieht  nicht gerade geruhsam aus. 
Ob ich mich fürchte ? Ja. Das tue ich. Jedoch so sehr ich mir grundsätzlich Veränderung wünsche, so möchte ich doch auch wissen wie es weitergeht, die Kontrolle behalten.
Mein Leben ist oft wie so ein Strom, es gibt nur die eine Richtung. Stehenbleiben ist keine Option.

Welchen Vorteil hat das Wasser? 
Richtig, es denkt nicht. Es rauscht einfach dahin, wo die Strömung fließt. Wasserfall oder See, völlig egal.
Und welchen Vorteil habe ich?
Nun, ich weiß, mein Leben hat Sinn und Ziel. Wenn ein Wasserfall dazugehört ist er doch nicht das Ende, auch wenn es aus meiner Perspektive so aussieht.



Keiner von uns weiß was Morgen sein wird. Jeder von uns kann nur im Jetzt leben.
Ich schließe also Frieden mit dem Unbekannten und lasse los, vor allem die Angst.



Wenn ich in die Ferne schaue erahne ich den Fluss der im Sonnenlicht glitzert; und als ich nach wenigen Minuten Fußmarsch diesen Teil des Waldes erreiche rauscht das Wasser bereits wieder ganz gemächlich dahin...

Mögen uns die Stromschnellen und Wasserfälle des Lebens nicht schrecken, bald wird es wieder ruhig sein. 

Andreea =) 

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