Mittwoch, 24. Juli 2019

Er war da

Es ist Sommer. Kein Wölkchen trübt den Himmel, kein Lüftchen kühlt. Wir sind zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Schon, als wir unsere Fahrräder abstellen, werden wir fröhlich begrüßt. Als wir den Garten betreten, duftet es schon herrlich nach Gebratenem. Kinder rennen durch den Garten, überall sitzen oder stehen schwatzende Menschen. Ich höre Englisch und Deutsch, auch durcheinander. Vertraute Gesichter, neue Gesichter. Im Wohnzimmer ist das Salatbuffet aufgebaut. Ich ergänze es, dann schnappe ich mir ein Glas kaltes Wasser und gehe auf ein Grüppchen zu. Ich stelle mich vor und versuche mich in die Gespräche einzuklinken. Da erkenne ich ihn!
Ich sehe ihn in den leuchtenden Augen meiner Gesprächspartner. Er ist präsent, in jedem Gespräch. Es geht um ihn. Darum wie er ist. Darum was er tut. Darum wie er liebt, und wie man ihn besser kennen lernen kann. Es wird geredet und gelacht und immer ist er im Zentrum, denn er ist es, der uns verbindet. Er macht jede Feier zum Highlight. Auch diese.
Es gibt reichlich zu essen, Dessert und Geschenke, aber Er ist die Hauptperson.
Viel zu schnell geht der Abend vorüber. Gestärkt an Leib, Geist und Seele schwingen wir uns nach 22 Uhr wieder auf unsere Fahrräder und radeln durch die laue Nacht.
Ich bin dankbar. Es war ein kostbarer Abend.
Ich liebe es ganz besonders, mit Menschen unterwegs zu sein, die voller Leidenschaft und Liebe sind, für den, den auch mein Herz liebt. Menschen die Ihm von ganzem Herzen nachfolgen, inspirieren mich, denn ich sehne mich danach, selbst so jemand zu sein.
Oh, mögest Du dich mit Menschen umgeben die Ihn lieben. Menschen, denen die Dankbarkeit und Freude über Ihn, Jesus, ins Gesicht geschrieben ist. Menschen die Ihm erlauben das Zentrum ihres Lebens zu sein. Mögest du Ihm begegnen, in ihnen.
Andreea = ) 

Donnerstag, 18. Juli 2019

Raum

Gestern, durfte ich miterleben, wie es sich anfühlt, wenn ein Mensch frei ist zu leben, wofür er geschaffen ist. Ein Mensch, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, schenkt Raum, damit andere dasselbe erleben können. Ein besonderer Moment.
Wir haben Geburtstag gefeiert. Auf den ersten Blick ganz unspektakulär. Es wurde gegessen, geredet, gelacht. Das Geburtstagskind, war inmitten der bunten Gästeschar. Sie war im Mittelpunkt, aber nicht im Zentrum. Wir feierten sie, aber wir feierten vor allem das Leben, Gemeinschaft und den Vater im Himmel, der uns zusammengeführt hat. Ich beobachtete, welche Freude von ihr ausging, wie sie sich lieben ließ, und gleichzeitig den Raum mit ihrer Liebe erfüllte. Welch ein Geschenk dachte ich bei mir, wenn ein Mensch leben darf, wozu Gott ihn erschaffen hat. Denn da entsteht Raum, Raum zu sein, und Raum zu werden; eine Einladung für jeden der anwesend ist. Ein wahrlich heiliger Moment.
Mögest auch Du herausfinden, an welchem Ort und mit welchen Menschen Du sein kannst, lieben kannst, damit andere beschenkt und ermutigt werden dasselbe zu erleben.
Andreea = )

Montag, 8. Juli 2019

Endlich....

Zuerst war nur ein leichtes Grollen zu hören.
Es klang wie ein Flugzeug, wiederholte sich aber. Ich öffnete die Augen und sah, dass sich der Himmel immer wieder kurz erhellte. Erleichtert schloss ich sie wieder. Das angekündigte Gewitter war endlich da. Die Nacht war drückend. Kein Lüftchen bewegte die schwere, warme Luft in unserem Haus. Ich hatte mich hin und hergewälzt, war aber immer nur kurz eingenickt.
Ich sehnte mich nach Regen, nach der Abkühlung, die er bringen würde. Ein leichter Wind kam auf, ich hörte wie er durch die Blätter der Bäume und Büsche fuhr, auch der leichte Vorhang vor unserem Fenster begann sich zu bewegen.
Es war still draußen, bis auf den Donner der sich jetzt in kürzeren Abständen ankündigte. Endlich, dachte ich. Die Hitze raubte meine Kraft und strapazierte meine Ausgeglichenheit. Ich lauschte. Die ersten Tropfen kamen zögerlich, so als wollten sie erst austesten ob sie erwünscht waren. Es war mitten in der Nacht, doch ich konnte mir leicht vorstellen, wie die Tropfen auf den staubigen Blättern meiner Topfpflanzen Spuren hinterließen, dann den Stamm hinunterliefen und schließlich über die harte, trockene Erde rollten, wo sie erst am Rande das Terracottagefäßes versickerten. Auch mein Herz ist manchmal so ausgedörrt, dass die vorsichtigen Versuche der Menschen die mich lieben fast ohne Auswirkung an mir abprallen. Dann ist es höchste Zeit mich der Liebe meines Vaters im Himmel auszusetzen.
Darüber nachsinnend hörte ich jetzt wie der Regen stärker wurde. Aus dem zarten Pochen wurde ein Klopfen, das sich in ein Prasseln verwandelte. Ich spürte schon wie die Luft frischer wurde. Die Luft war erfüllt vom Geräusch der Tropfen, die auf das Vordach der Terrasse, den Schirm, die Platten und die Pflanzen trafen. Ich atmete tief ein. Auch die Erde musste mittlerweile durchlässig geworden sein und konnte das Wasser aufnehmen.
Das Donnergrollen hatte aufgehört, der Regen wurde heftiger. Er wusch nicht nur die Blätter und Dächer, er war mittlerweile so ausgiebig geworden, dass ich fürchtete der Abfluss der Veranda könnte von Blättern Zweigen und anderem verstopft werden, was sich in den schwer zugänglichen Stellen gesammelt hatte. Dann könnte das Wasser die Terrasse überfluten anstatt die Regentonne am Ende des Abflusses zu füllen. Meine Gedanken schweiften wieder ab. Manchmal, wenn ich mich der Liebe Gottes aussetze, tauchen auch in meinem Herzen
Dinge auf, die bisher unbeachtet geblieben waren. Die Freundlichkeit und Güte meines Gottes schwemmen sie aus den Ecken und ich bin aufgefordert sie anzugehen, damit die reinigende Liebe nicht blockiert wird. Ja, wenn ich seine Liebe nur für mich behalte, kann sie nicht ihr volles Potenzial erfüllen.
Ich zog meine Bettdecke vom Boden hoch zu mir ins Bett, es war angenehm fühl geworden, die Luft war frisch und die Welt um mich herum schien zufrieden, satt, belebt.
Müde und dankbar rollte ich mich zur Seite und muss kurz darauf eingeschlafen sein.
Mögest auch Du dem Vater im Himmel erlauben, dich zu erfrischen, den Staub abzuwaschen, das Harte zu durchweichen, die toten Blätter fortzuspülen und deinen Liebestank so zu füllen, dass er weiterfließt...In Johannes 4:14 (NGÜ) sagt Jesus: Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt, bis ins ewige Leben.
Seid gesegnet
Andreea = )

Donnerstag, 4. Juli 2019

So viel Leben um mich herum

Ich sitze auf meiner Terrasse und habe die Augen geschlossen. Es ist noch kühl und es weht mir eine leichte Brise um die Nase .In meinem Rücken wärmt mich die Sonne. Zuerst höre ich nur die Vögel. Ich kann vier oder fünf verschiedene Vogelstimmen ausmachen. Langgezogenes Pfeifen, schnalzende Laute, melodisches Trillern und dazu Flügel schlagen. Ich lausche. Ich vernehme Autos in der Nähe vorbeirauschen und einen Zug. Irgendwo wird vermutlich an einen Dach gearbeitet, ich höre jemanden Hämmern und Sägen. Auch Wasserrauschen und Töpfeklappern dringt an meine Ohren. 
Dann höre ich meinen Atem und die Bewegungen, die der Stoff meines Schlafanzugs dabei macht.
Türen schlagen, jemand fegt, ein Hund bellt, und ich lausche auf ein vorbeiziehendes Flugzeug. 
So viel Leben um mich herum. So viele Geschichten die mir verborgen bleiben. Die Kinderstimmen, die näher kommen sind mir fremd. 
So bewusst wie heute, nehme ich mir viel zu selten die Zeit zum Hinhören. Schade eigentlich. Manch einer wäre bestimmt gerne bereit mich an seiner Geschichte teilhaben zu lassen. 
Natürlich, ich habe nur begrenzte Zeit, aber es sind eher meine Prioritäten, die mich abhalten innezuhalten. 
Das ist es was ich von DIR, mein Vater im Himmel lernen will. Du bist präsent, für mich und meine Geschichten. Du bist nie zu beschäftigt, Du hörst hin, wenn ich Dir mein Herz ausschütte, sei es vor Freude oder unter Tränen. 
Wo ich erleben darf, dass ich geliebt und erkannt bin, da habe ich auch Raum für andere und das, was sie beschäftigt. 
Ich öffne meine Augen wieder und mir scheint, als könne ich auch bewusster sehen. 
So viel Leben um mich her, ich bin gespannt darauf zu welchen Begegnungen ich an diesem Tag eingeladen werde. 
Mögest auch du heute mit offenen Ohren durch den Tag gehen. 

Andreea = )

Dienstag, 2. Juli 2019

Vom Regen

Der angekündigte Regen ist ausgeblieben. Schade, denke ich, denn meine Regentonnen sind leer. Ich lasse meinen Blick über unsere Terrasse schweifen. Die weißen und feuerfarbenen Lilien, die duftenden Zitronenbäume, meine Katalpen und unzählige andere Topfpflanzen, machen diesen Ort zu einer kleinen Oase. Ein ordentlicher Regen würde gut tun, nicht nur diesen wenigen Pflanzen. Die Hitze der letzten Wochen, hat die Natur und uns Menschen erschöpft. Zum ersten Mal denke ich darüber nach, wie dringend nötig wir den Regen brauchen. Wir können aus Wasser Energie herstellen, aber wir können kein Wasser produzieren. Wir sind darauf angewiesen, dass der Regen unsere Regentonnen füllt. Wer würde unsere Wälder gießen, unsere Wiesen, unsere Äcker, unsere Felder, unsere Gärten? Eine unmögliche Aufgabe, falls der Regen ausbliebe. 
In der Bibel, steht ein Vers den ich nie richtig verstanden habe. Er spricht von Gottes Freundlichkeit und Güte für uns Menschen. Er spricht davon dass Gott Regen schickt auf diese Erde. Im Mathäusevangelium Kapitel fünf steht folgender Vers: 
(NGÜ) Denn er lässt seine Sonne über Bösen und Guten aufgehen und lässt es regnen für Gerechte und Ungerechte...
Bis heute habe ich mich gewundert, warum hier die Gerechten an erster Stelle stehen. Ich habe nicht verstanden, welch ein Segen der Regen ist. Bleibt der Regen aus, stirbt der Mensch. 
Hier könnte der Blog schon zu Ende sein, die Botschaft ist offensichtlich, aber die Symbolik drängt sich mir auf. Nein, auch ich liebe sie nicht, die Regenzeiten in meinem Leben, und erkenne doch, wie unendlich weise sie sind.Der Regen wäscht den Staub von allem ab, erfrischt und kühlt. Regen schafft Leben.
Ich will den Regen als Geschenk annehmen, auch in meinem emotionalen Leben. Mögest du dich an der Sonne freuen wo sie scheint, und dankbar sein für die Regentage. 

Sei gesegnet Andreea = )

Montag, 1. Juli 2019

Von den kleinen Entscheidungen

Sprachlos und dankbar stehe ich vor dem Topf mit Lilien auf meiner Terrasse. Aufrecht stehen sie da, die Blüten weiß und schön. Seit 25 Jahren begleiten Sie mich. Ich habe sie vor ein paar Jahren umgetopft und noch immer scheinen sie sich zu vermehren.
Im Winter trotzen sie der Kälte, im Sommer trotzen sie der Hitze. Dennoch ist die Blüte jedes Jahr hart umkämpft. Pünktlich, sobald die feinen Blätter sich gebildet haben, finde ich die leuchtend roten Lilienkäfer, die ihre Eier an die Blattunterseiten kleben. Es ist eine mühevolle Arbeit die Pflanzen davon zu befreien. Morgens oder abends, drehe ich den Topf um und entferne alle befallenen Blätter; manchmal sogar, die verliebten Käferpaare, die unermüdlich neue Eier befruchten und ablegen. Auch in diesem Jahr habe ich mich der Herausforderung gestellt und 2-4 Wochen lang unermüdlich Jagd auf diese unscheinbaren Eier gemacht. Der Kampf ist auch in diesem Jahr gewonnen, meine Freude ist groß.Die Pracht dieser Blumen sticht jedem ins Auge der unsere Terrasse betritt. 


Im Leben scheint es mir genauso zu sein. Es gibt die kleinen, unwichtig erscheinenden Entscheidungen in meinem Leben. Ich brauche den Blick für das Ziel, sonst verliere ich die Geduld und zu guter Letzt auch die Frucht. Der Vater im Himmel, hat mir mein Leben geschenkt, es wächst sozusagen von alleine, aber wenn ich gegen die Schädlinge meiner Seele nicht konsequent vorgehe, bleibt die Frucht oder die Blüte aus, abgefressen von dem, was gut verborgen wachsen konnte.
Wie das Ungeziefer in einem Leben aussieht ist unterschiedlich, aber so unbedeutend es auch scheinen mag, der Schaden kann erstaunliche Ausmaße annehmen.
Mögest du dich an dem freuen, was im Garten deines Lebens wächst. Und mögest du aufmerksam Ausschau halten, nach dem, was es zerstören könnte, ganz gleich wie klein es erscheint. 
Unser Leben steht auf den vielen Entscheidungen die wir täglich treffen. Mögest du gute Entscheidungen treffen. 
Andreea = ) 


Samstag, 22. Dezember 2018

Das Baby, das alles verändert...eine Weihnachtsgeschichte

Ich gehe durch die Stadtmitte. Es ist der 22. Dezember. Noch zwei Tage bis Heiligabend. Überall glitzert und funkelt es. Jedes Mal, wenn sich bepackte Menschen durch die sich öffnenden Türen der Warenhäuser schieben, dringen warme, abgestandene Luft und Weihnachtslieder nach draußen zu mir. Die vertrauten Melodien summend, eile ich weiter. Ich habe nicht einmal Zeitdruck, ich schwimme einfach mit dem Strom. In Gedanken gehe ich die Einkaufsliste für die Feiertage noch einmal durch: Butter und Zuckerstreusel, gefrorene Bohnen und ein Netz Mandarinen, steht noch darauf. Mein Blick geht auf die blau und lila blinkende LED Uhr im Schaufenster neben mir und bestätigt meine Entscheidung, alles weitere auf den Montag zu verschieben. Die Taschen in meinen Händen schneiden mir in die Handflächen, trotz der Handschuhe die ich trage. Ich bleibe stehen um das Gewicht kurz abzusetzen. Da sehe ich das Baby. Es ist ein Mädchen, unschwer zu erkennen an der rosafarbenen Garderobe. Ein hübsches Kind. Der fast haarlose Kopf ist rund und weich, wie das ebenfalls rosafarbene Stirnband, das mit kleinen Perlen bestickt ist. Sie schaut zu mir auf. Die dunklen Augen blicken wachsam und interessiert. Sie reckt ihre beiden geschlossenen Fäuste nach oben, wie nach einem Sieg, führt sie dann zum Mund und saugt mit schmatzendem Geräusch daran. Genüsslich wie es scheint. Unwillkürlich muss ich lächeln. Sie blinzelt, öffnet den zahnlosen Mund, lächelt zurück und lässt ein Glucksen hören. Wärme breitet sich in meinem Inneren aus. Ich habe meine Einkaufstaschen und die vielen Menschen um mich herum völlig vergessen. Die Kleine ist höchstens sechs Monate alt und blickt mir noch immer in die Augen. Sie hat ein perfektes kleines Gesicht. Die Zeit scheint still zu stehen. Irgendetwas an der Begegnung bringt mich völlig aus dem Konzept. Wo ist eigentlich die Mutter, schießt es mir durch den Kopf, als ich suchend meine Augen hebe. Aber sie steht direkt neben mir, schmunzelnd, wissend. Ich nicke ihr leicht zu und will gerade etwas sagen, da fährt der Stadtbus vor, und hält direkt gegenüber. Weil Mutter und Tochter sich zum einsteigen abwenden, bücke ich mich nach meinen Taschen. und sehe den beiden nach, noch immer lächelnd. Dann mache ich mich wieder auf dem Weg, aber irgendetwas ist anders. Der kurze Moment mit diesem Baby, hat etwas verändert und ich gehe beschwingter. Erst jetzt bemerke ich, wie gehetzt die Menschen schauen. Am liebsten würde ich ihnen zurufen: ,,Haltet inne! Ich habe dieses Baby gesehen,“ aber ich gehe weiter. Wenn schon diese Begegnung mich so fröhlich machen kann, wieviel mehr die gute Botschaft die wir dieser Tage feiern.
Erlaube ich mir zu verweilen? Habe ich Zeit für das Kind in der Krippe?

Mögest Du in die Augen des Vaters im Himmel blicken, der wissend schmunzelt und lächelt.
Frohe Weihnachten
Andreea  = )